X1/9 electric

#1
Frevel! Kannste nicht machen! Geht das überhaupt? Zerstörung historischen Kulturguts! Fehlender Motorsound! Geld aus dem Fenster geworfen! Damit verfünffachst Du den Wert, oder?
Alles Argumente, die ich höre, wenn ich von der Umrüstung des letzten Fahrzeugs in meiner Garage auf Elektroantrieb spreche. Aber der e-Bazillus sitzt bereits viel zu tief. SMART ED, RENAULT ZOE und TESLA MODEL 3 (in dieser Reihenfolge) überzeugen ungemein und die Option, diesen Spaßverstärker auch künftig in meinem 1983 BERTONE i.e. zu haben, geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Noch dazu werden die Umbausätze immer einfacher und der Trend beginnt gerade erst zu wachsen. In Frankreich gibt es bereits eine Förderung (5 TEUR) für Elektro-Umrüstungen. Allerdings mit ein paar Auflagen, die sich aber für Fahrzeughalter und auch Umbau-Anbieter bei entsprechender Stückzahl durchaus lohnen. Natürlich sind hier keine Exoten im Fokus und auch keine Fahrzeuge, die älter als 20 Jahre sind. Dafür gibt es aber zahlreiche Spezialisten, die schon seit Jahren damit Erfahrungen gesammelt haben: https://www.fleck-elektroauto.de/, https://murschel-electric-cars.com/, http://www.lorey-maschinenbau.de/blog/elektroauto/, https://eveurope.eu/de/, usw.. Natürlich gibt es auch schon X1/9 Umbauten, überwiegend in den USA, wo die Auflagen viel geringer sind. Hier im Forum habe ich zumindest ein "Elektro-X" Projekt entdeckt, über das aber nicht weiter berichtet wurde.
Nachdem ich nun einige Zeit im Internet recherchiert habe und die neueste Ausgabe des VdTÜV-Merkblatts "Elektrofahrzeuge im Einzelgenehmigungsverfahren" auf dem Schreibtisch liegt, fehlt eigentlich nicht mehr viel, um die Umrüstung zu starten und den X Fit für die nächsten 40 Jahre zu machen.
Wer denkt ähnlich und will seinen X umrüsten?
Ready for conversion: Bertone X1/9 five speed i.e. 1983 - my own since 1993 - becomes electric.

Re: X1/9 electric

#2
Moin moin,
umrüsten will ich noch nicht aber ich finde die Idee sehr charmant ein altes relativ leichtes Auto umzurüsten. Dabei kann man die Reichweite gut durch die Auswahl der Batterie an seine eigenen Anforderungen anpassen. Außerdem wird bei einer Umrüstung eines alten Autos viel graue Energie eingespart. Ich werde jedenfalls die Entwicklung mit viel Interesse verfolgen....
Viel Erfolg, Torsten.
x 1/9 Bj 1980, 1500

Re: X1/9 electric

#3
Ich finde Dein "Projekt" au h sehr spannend und werde dieses sicher sehr intensiv verfolgen. Ich hoffe doch Du berichtest hier ausführlich dazu. Es gibt in der Tat bereits sehr taugliche Umbausätze, allerdings auch kein sehr günstiges Vergnügen und die Batterien kosten auch einiges. Ich bin sehr gespannt.

Grüße

Thorsten
X1/9, Bj.06/85 five speed

Thorsten
("Alufelge")

Re: X1/9 electric

#6
Ich starte einfach einmal mit dem Elektromotor, schliesslich ist das der neue Antrieb. Grundsätzlich habe ich nicht unbedingt vor, ein verunfalltes E-Auto als Basis zu verwenden. Es gibt aber einige Umrüster, die dies tun. Einen Preisvorteil habe ich nicht entdeckt und meistens lässt sich vom Zubehör (Kabel, usw.) wenig verwenden.
Ich setze auf einen AC-Elektromotor, der auch Rekuperation (Rückspeisung in den Akku) ermöglicht. Hier gilt das Motto meines E-Technik Lehrers: "Kurzzeitig geht alles", denn eine Nennleistungsangabe von z.B. 17 kW lässt sich für den Beschleunigungsvorgang auf das mehrfache, in diesem Fall ca. 50 kW steigern. Vorausgesetzt, der Akku liefert den notwendigen Strom und der Regler lässt es zu.
Der 17 kW (150 Nm) Motor stammt von LINDE, Fahrantrieb eines Gabelstablers. Wenn man eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h anpeilt, wäre dieser Motor für den X zum Cruisen wohl ausreichend.
Na ja, ich habe ja schon vom Spaßfaktor gesprochen und der TESLA hat schliesslich auch etwas mehr Power. Der NetGain Hyper9 38 kW Motor (250 Nm) hat eine Spitzenleistung von 95 kW und wird bei vielen aktuellen Umbauten eingesetzt.
Preisunterschied? Der Kit mit LINDE-Motor kostet ca. EUR 6.800,-, der Kit mit Hyper9 ca. EUR 8.000,-. Beide Preise ohne Akkupack und Motor-Adapter.
Das muss man erst einmal verdauen...
Wie das FiveSpeed-Getriebe 250 Nm verkraftet, kann ich mir nicht vorstellen.
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Re: X1/9 electric

#7
Wie wäre es denn wenn du das spätere oben geschaltete Getriebe verwendest?
Das ist auf deutlich mehr Drehmoment ausgelegt.
Gruß Querlenker

Emerson Fittipaldi - Formula 1 World Champion 1972-1974 :
"...I'm not exaggerating, the X1/9 drives just like a Formula 1. I've not often tested a car with road holding as good and as 'true' as this..."

Re: X1/9 electric

#8
Späteres, oben geschaltetes Getriebe??? Gab es da noch etwas anderes? Kläre mich bitte auf!
Ready for conversion: Bertone X1/9 five speed i.e. 1983 - my own since 1993 - becomes electric.

Re: X1/9 electric

#9
„Unser“ Getriebe wurde in den 80ern (z.B. beim Uno Turbo) durch ein neueres ersetzt, dass innen komplett anders aber außen praktisch austauschbar ist.
Größter Unterschied ist das es nicht unten mit einer Schaltstange sondern oben mit einzelnen Hebeln angesteuert ist. Das gab es bei unterschiedlichen Fiat Modellen dann entweder mit Gestänge oder mit Schaltseilen angesteuert.
Laut dieser Quelle sind die späteren Versionen für über 200Nm ausgelegt.
Gruß Querlenker

Emerson Fittipaldi - Formula 1 World Champion 1972-1974 :
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Dateianhänge
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Re: X1/9 electric

#11
Hallo, ein sehr interessanter Beitrag,
gedanklich bin ich oft bei diesem Thema, einen Motor anzuwerfen nur um in der Mittagspause schnell ein Brot zu holen fällt mir immer schwerer, ein kleines Spassmobil Stil EROD zu teuer und da steht der X1/9 herum der seinen Fahrspass an die Elise S1 abgeben musste, daneben der Peugeot 403 -- einfach zu langsam der Escort MK1 als 1,1ltr Viertürer auch keine wirkliche Wertanlage.

Mit diesen Fahrzeugen Erfahrung sammeln und dann später meine AlleMarkenWerkstatt auf E-Umbauten ausrichten... wird spätestens dann interessant wenn man auf der Strasse als "Stinker" angegriffen wird.

Hier in Frankreich ist es leider so dass: "Ja, sie können auf E umrüsten wenn Fahrzeuggewicht und Motorleistung identisch bleiben" es ist nur niemand da der das abnimmt und so ganz nebenbei verliehrt der Halter seinen Oldtimerstatus, also vorbei mit 50,- Versicherung im Jahr, Tüv alle fünf Jahre und Autos ab 50 Jahre vom Tüv befreit. ... und noch keinen Plan welche Genehmigungen nötig sind als Werkstatt E Umbauten anzubieten...

Würde mich sehr freuen hier über eine Realisierung weiterlesen zu können.
Gruss und gelingen
Oliver

Re: X1/9 electric

#12
ToLu hat geschrieben:
20. Aug 2021, 10:33
Murschel-elc hat schon mal einen Lada Niva elektrifiziert. Da der Niva normalerweise mit unserem Motor rumfährt passt vielleicht die Adapterplatte zum Getriebe?
Der Niva hat doch den Motor vom 124, oder?
Gruß Querlenker

Emerson Fittipaldi - Formula 1 World Champion 1972-1974 :
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Re: X1/9 electric

#13
Hallo
Die Russen haben sich von Fiat seinerzeit einen eigenen Motor für den Lada konstruieren lassen.
Ähnlich dem im 124, jedoch mit OHC anstelle OHV.
Ist aber nicht nur ein anderer Kopf

Servus Andreas
ICH LENKE, ALSO BIN ICH

Re: X1/9 electric

#14
Das C510 Getriebe hat tatsächlich ordentliche Werte. Passen da die Antriebswellen vom X?
Ansonsten will ich die Kupplung beibehalten und die Nehmerzyinder-Halterung sieht gar nicht so anders aus. Ein Gang, z.B. der Vierte reicht mir aus. Das Schaltgestänge kann ich mir daher sparen. Praktisch wäre es noch, wenn die Tachowelle passen würde, bzw. auf der richtigen Seite ist.
Wer hat schon ein C510 Getriebe verbaut? Soll ich besser einen eigenen Beitrag dazu erstellen?
Ready for conversion: Bertone X1/9 five speed i.e. 1983 - my own since 1993 - becomes electric.

Re: X1/9 electric

#15
Batterie
Überlegungen zum Getriebe werde ich verschieben. Beim heutigen kann ich eigentlich nichts mehr kaputt machen und daher starte ich auch erst einmal damit.

Aktuell plane ich mit einem 96VDC System, bestehend aus 30 x LiFePo4 Zellen mit 310Ah. Ganz schöne Klötze: 175 x 70 x 210 mm bei 5,3 kg. Bei AliExpress zum 11.11. für 4.000 EUR erhältlich! Das wären dann auch fast 30kWh, damit scheinen bis zu 200 km Reichweite möglich. Aber wohin damit? Alle in ein Gehäuse? Keine Chance bei dem Volumen und schliesslich 160 kg Gesamtgewicht. Also: Aufteilen.
1. Tank(raum). Den brauche ich ja nicht mehr. Volumen: Ich schätze 500 x 500 x 150 mm. Das wäre zumindest vor der Hinterachse wg. Gewichtsverteilung.
2. Reserverad. Brauch man auch nicht, oder? Volumen: 500 x 500 x 150 mm. Das wäre zumindest vor der Hinterachse wg. Gewichtsverteilung.
3. Vorderer Kofferraum, da ist Platz. Gewicht auf der Achse kann auch nicht schaden. Das Dach muss natürlich weiterhin passen. Aber wohin mit dem Trolley-Koffer (für die Frau) am verlängerten Wochenende? Volumen: 400 x 600 x 250 mm = 16 Zellen, ca. 85 kg.
4. Über dem Motor / bzw. Getriebe bleibt sicher noch Platz. Ausgleichsbehälter, Luftfilter, Ansaugung Einspritzer fallen weg. Volumen? 300 x 380 x 600 mm = für die restlichen 14 Zellen mit ca. 75 kg.
5. Hinterer Kofferraum? Nö, will nicht noch hecklastiger werden. Könnte man aber nach unten vergrößern, da die Auspuffanlage wegfällt. Platz für den Trolley!

1 und 2 scheidet leider aus, da mit dieser Zellgröße keine vernünftige Verteilung / Einbau möglich ist. Doch noch andere Zellen suchen?
3 klingt vernünftig, aber 4 muss ich weiter untersuchen, noch ist ja noch alles eingebaut.
Sorry wegen der vielen Volumenangaben. Die Zelle kann man eigentlich drehen und wenden wie man will, aber man kann natürlich nicht die Seite mit den Polen aneinanderlegen.
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Re: X1/9 electric

#16
Batterie 2.0
Die Meinungen zu "günstigen" LiFePo4 Akkus direkt aus China weichen doch sehr voneinander ab. Es gibt sehr wohl einige Lieferanten, die die beschriebene Ware zum vereinbarten Preis und Termin versenden, aber eigentlich weiß man nie so ganz genau, was in einer Zelle steckt. Sondern muss sie kaufen und testen. Für die Verwendung als PV-Batterie ist nur die Kapazität entscheidend und das wird auch oft von den Lieferanten nachgemessen. Aber das ist / war mein Problem bei der Auswahl eines Lieferanten: Eine Zelle, die für den Betrieb im Elektrofahrzeug geeignet ist, muss - kurzzeitig - das mehrfache des Nennstroms liefern. Zellen namhafter (=teuer) Hersteller, z. B. Winston oder Calb, können das 3 - 5 fache ihres Nennstroms abgeben. Diese Werte gibt es auch bei den No-Name, aber man kann das der Zelle einfach nicht ansehen. Daher bin ich doch bei Akku-Packs gelandet, die aus einem Elektrofahrzeug stammen. Hier ist Einsatzzweck und Belastbarkeit bekannt und das Angebot direkt in Europa vorhanden. BMW i3, VW ID3/4 und TELSA Module finden sich auf dem Gebrauchtmarkt und werden je nach Eignung bzw. Preis für PV-Batterie und / oder Fahrzeugumrüstungen eingesetzt.
Klingt doch gar nicht so verkehrt: Meine Umrüstung startet mit der Wiederverwendung gebrauchter Akkumodule, 2nd Life sozusagen. Erst danach kommen sie an die PV :D 3rd Life.
Thema ist natürlich wieder Gewicht und Einbauraum. Nach langer Überlegung und Beratung liegen jetzt fünf "TESLA Model S" 5,3 kWh Module a 25 kg in meiner Garage und warten darauf in zwei Gehäuse eingebaut zu werden. Gekauft bei einem Gebrauchtteilehändler, der regelmäßig auf Ebay-Kleinanzeigen inseriert.
Ob nun vorne, tief im Kofferraum, drei Module aufeinander platziert werden oder sie doch in den Motorraum passen und dann das zweier Pack vorne landet entscheidet sich, sobald ich die Module in Gehäuse verpackt habe. Dem TÜV interessiert nur, dass ich das zulässige Gesamtgewicht nicht überschreite, die Achslast ist scheinbar noch nie nachkontrolliert worden (Ich wüsste auch nicht, wo ich das machen könnte). Also geht es darum, eine ausgewogene Gewichtsverteilung zu finden. Im Motorraum wäre der Dreier mit 95 kg ( Akkumodule plus Gehäuse und Halterungen) etwas kopflastig, aber das Hauptgewicht an der bekannten Stelle und weitere 70 kg kommen dann in den Kofferraum. Skizzen und Fotos werde ich demnächst zeigen.
Wer weiß wie viel ein 1500 ie Motor mit Aggregaten wiegt?
Wer braucht einen gut eingefahrenen Einspritzer mit allem drum und dran (ca. 120.000 km)?
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