Nockenwellen zuordnen

#1
Servus beieiander

nach längerer Arbeits- und Gesundheitsbedingter Abwesenheit bin ich dabei wieder mehr in die X1/9 Schrauberei zurück zu kommen.
Nun stehen einige Nockenwellen zu Schlitzen an und ich bin auf einen Umstand gestoßen, der mir etwas zu denken gibt.
Hardy hat seine 1500er Vergaserwelle vorbei gebracht und ich hab die mal auf die Schnelle nachgemessen.
Schnellmessung geht ja eigentlich nur mit dem Meßschieber über den Nockenhub (Welle mit Nocke - Grundkreis) und da ich die Wellen ja nicht wirklich voll vermessen will sondern nur auf die Schnelle den Motortypen zuordnen, sollte das reichen... dachte ich. 9,3mm bei A und E

Nun habe ich hier drei weitere angebliche 1500er Vergaserwellen, die unterschiedliche Nockenhübe aufweisen von 9,2 bis 9,5 mm Von der Nockenform her sind das aber schon eher die richtigen Wellen.
Laut dem X1/9 Wiki vom Holger sollte die 1500er Vergaser Nocke aber einen Nockenhub von 9,85/9,9 haben.
Stimmen diese Werte mit der Einfach-Meßmethode oder ist hier das Prüfspiel noch eingerechnet?
Wäre ja falsch rum aufgerechnet, da das Betriebsspiel den effektiven Nockenhub ja nochmal um den Wert des Spiels verringert.
Eine neue Vergaserwelle die ich vor Jahren bei Henk noch in der Fiat Schachtel gekauft habe, weißt dieselben (nach dem wiki) zu kleinen werte auf.

Wo liegt mein Denkfehler?

Leider ist auf diesen Fiat OHC wellen so gut wie nix an Nummern eingeschlagen bzw eingegossen so wie es bei den kleineren Fire Motoren ist, dort ist das alles eindeutig zuordenbar.

Da ich nun grad nicht vorhatte hier eine komplette Gradvermessung mit Messuhr und Gradscheibe aufzubauen, wollte ich mal nachfragen, ob noch wer einen Kniff parat hat, um auf die Schnelle die bevorzugten Nockenwellen zu idendifizieren.
Zuletzt geändert von ManfredS am 9. Jul 2019, 06:59, insgesamt 1-mal geändert.
mfg., Manfred
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Re: Nockenwellen zuordnen

#2
Die "Messschiebermethode" funktioniert nicht bei Nockenwellen mit langen Steuerzeiten!
Der Grund hierfür ist folgender:
Wenn die Spitze der Nocke auf der Vertikalen Mittelachse der Welle steht, beginnt der Nocken bereits vor der Horizontalen Mittelachse der Welle. Man misst so also bereits den beginn der Nocke mit.

Sofern man Zugang zu einer Drehbank hat, einfach die Nockenwelle zwischen Drehfutter und Pinole einspannen. Danach eine Messuhr anbringen und im Grundkreis der Nocke in Nullstellung bringen. Nun das Futter von Hand drehen, bis der Maximalhub erreicht ist.

Laut Aussage eines Mitglieds im Englischsprachigen X-Froum gab es für die Europäischen Motoren im X folgende Nockenwellen:
FIAT: 4331512 (128 coupe / X1/9 1300 -74) E: 9.75mm A: 9.75mm 24/68 64/28
FIAT: 4358713 (X1/9 Euro 1300 75-78) E: 9.2mm A: 9.2mm 12/52 52/12
FIAT: 4333059 (X1/9 Vergaser 1500) E: 9.85mm A: 9.90mm 24/68 64/28

Re: Nockenwellen zuordnen

#3
Genauso hatte ich die Nockenwellen Messaktion durchgeführt die im Wiki verlinkt ist, Drehbank und Messuhr.
Allerdings hatte jemand in der Zwischenzeit geschrieben dass man auch die 1500er Welle einfach mit der Schieblehre vermessen kann und 9,9mm rauskommt.
Gut dass du das aufgeklärt hast.
Gruß Querlenker

Emerson Fittipaldi - Formula 1 World Champion 1972-1974 :
"...I'm not exaggerating, the X1/9 drives just like a Formula 1. I've not often tested a car with road holding as good and as 'true' as this..."

Re: Nockenwellen zuordnen

#4
Aha... da scheint der Hund begraben zu sein .
Vielen Dank für diesen Hinweis. Der Reinhard hat mich gestern schon auf eine ähnliche Richtung gebracht.
Seine Methode ist noch einfacher. Wenn man keine Drehbank zur Verfügung hat. Kann man dan ja auch im Nockenwellenkasten machen.

Ich werde berichten
mfg., Manfred
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Re: Nockenwellen zuordnen

#5
Verflixt!
Jetzt erinnere ich mich wieder.
Wir hatten mit der Drehbank angefangen, dann aber die wirklichen Messungen auch in einem Nockenkasten mit Stößelbecher gemacht.
Grund dafür war dass sich der Berührungspunkt der Nocke auf einer eben Fläche (Shim) ja auch seitlich hin und her bewegt.
Daher würde eine Kurve die mit der Messuhr direkt n der Nocke gemessen ist, zumindet in der Theorie, von der realen Kurve im Betrieb leicht abweichen.
Gruß Querlenker

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